Wirbelsäule – Praxis für Orthopädie und Unfallchirurgie Bielefeld
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Beschwerdebild: Wirbelsäule

Die Verschleißkaskade der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule unterliegt natürlichen Alterungsprozessen. Die Ausprägung dieser Alterungsprozesse ist jedoch verschieden. Außerdem besteht nicht immer eine Übereinstimmung zwischen Ausprägung der verschleißbedingten Veränderungen und Beschwerden des Patienten.

Risikofaktoren für verschleißbedingte Veränderungen sind genetische Veranlagungen als wesentlicher Faktor, darüber hinaus zunehmendes Alter und Übergewicht. Auch mechanische Überlastungen durch eine Fehlstatik der Wirbelsäule (Skoliose zum Beispiel) sind eben so wie Fehlhaltungen zu nennen. Auch das Rauchen fördert den Verschleiß.

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Häufig beginnt der Verschleiß im Bereich der Bandscheibe. Hier kommt es durch Wasserverlust mit zunehmender Steifigkeit zu einer Höhenminderung und/ oder zu einem Vorwölben der Bandscheibe. Dadurch verändern sich die angrenzenden Wirbelkörper (Osteochondrose der Endplatten angrenzender Wirbel).

Die Veränderungen in der Bandscheibe führen zu einer segmentalen Instabilität und zu einer Mehrbelastung der Facettengelenke: die Facettengelenksarthrose. Um die verminderte Stabilität der Wirbelsäule auszugleichen, verdicken sich die Bänder der Wirbelsäule (sog. Ligamenta flava).

Alle drei Komponenten zusammen (Verdickung Lig. flava, Facettengelenksarthrose, Bandscheibenvorwölbung) können umgebende Strukturen beeinflussen, z. B. mit einer Verengung des Spinalkanals (Spinalkanalstenose) oder durch eine Kompression austretender Nerven (Recessusstenose).

Muskelverletzung (Shutterstock 142335070) z.B. Prellung durch direkten Schlag, Zerrung durch Sprinten, chronische Überlastung.

Heilungsprozess:
1. Destruktionsphase
2. Reparaturphase
3. Remodellingphase

Symptome:
Schmerzen/ Schwellung/ Hämatom/ Funktionsverlust; Hämatomgröße und Lokalisation, Prellung→Hämatom/ Muskelruptur um die Prellungsstelle herum, bei Muskelzerrung am myotendinösen Übergang, Therapie: Pause, Eis, Kompression, Hochlagerung zur Kontrolle des Hämatoms konstante, moderate Kälte, repetitiv für 15-20 Minuten in der 1. Stunde nach Unfall, weitere Therapie in Abhängigkeit vom Ausmaß der Muskelruptur, Ruhigstellung für 4-6 Tage ab Grad 2 Läsion

Ziel:
Vermeidung größerer/ dehiszenter Narben mit verlängerter Heilung und erhöhter Rate an Reruptur, Narbe nach 10 Tagen fester als die Muskulatur, bei Spitzensportlern auch durchaus Castbehandlung zur Ruhigstellung, anschließend Mobilisation/ Physiotherapie, wenn schmerzfrei (VAS 1-2), OP selten, wenn proximale Muskelbündelruptur, z.B. Harmstrings.

Bandscheibenvorfall

Die Bandscheibe ist eine ringförmige Struktur zwischen den Wirbelkörpern mit gallertigem Kern in der Mitte. Wölbt sich der Gallertkern (Nucleus pulposus) durch den vorgeschädigten Faserring, spricht man von einem Bandscheibenvorfall. Der Bandscheibenvorfall kann dann Nervenwurzeln und/oder das Rückenmark komprimieren.

Die häufigsten Bandscheibenvorfälle gibt es im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule. Die Prognose ist im Wesentlichen gut. Die meisten Patienten werden unter konservativer Therapie in etwa einem Jahr beschwerdefrei. Längerfristige Verläufe sind jedoch möglich.

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Die Beschwerden bestehen aus Schmerzen in Nacken/ Schulter/ Arm bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule. Im Bereich der Lendenwirbelsäule sind Schmerzen im Bereich des unteren Rückens lokalisiert und/ oder strahlen ins Bein aus. Diagnostisch kann im Röntgen der knöcherne Zustand der Wirbelsäule abgeschätzt werden. Zur weiteren Abklärung kommt dann meist eine Kernspintomographie zum Einsatz. Die Therapie ist primär konservativ. Angezeigt ist die Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten. Unterstützend kann eine Wärmetherapie hinzukommen. Auch können physiotherapeutische Maßnahmen indiziert sein. Bei radikulären Beschwerden kann eine Infiltrationstherapie unter Röntgen- oder CT- Kontrolle erfolgen. Bei höhergradigen neurologischen Ausfällen oder Versagen der konservativen Therapie können operative Maßnahmen notwendig sein.

Facettengelenksarthrose

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Ein anderes Wort für Facettengelenksarthrose ist die Spondylarthrose. Durch einen Verschleiß dieser Gelenke kommt es im Verlauf zu Schmerzen und einer Instabilität im betroffenen Segment. Am häufigsten sind Facettengelenksarthrosen in den Segmenten L4/5 und L5/S1 und an der Halswirbelsäule zwischen C3-5 lokalsiert. Die Spondylarthrose ist dabei häufig Ausgangspunkt eines verschleißbedingten Wirbelgleitens (degenerative (Pseudo-) Spondylolisthesis sowie Basis einer Spinalkanal- oder auch Recessusstenose. Grundsätzlich ist die Spondylarthrose an sich selbstlimitierend. Die Beschwerden enden also häufig ohne Einflüsse von außen. Problematischer sind die Folgeerscheinungen mit Verengungen der neuralen Strukturen (siehe Verschleißkaskade).

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In Abhängigkeit vom Ort der Entstehung sind auch die Beschwerden unterschiedlich: Im Bereich der Lendenwirbelsäule werden „Anlaufschmerzen“ wie bei einer typischen Arthrose angegeben- z. B. beim Aufstehen nach längerem Sitzen oder Aufrichten nach dem Bücken. Auch Belastungsschmerzen nach längerem Stehen oder Laufen können auftreten. Häufig tritt eine Besserung der Beschwerden bei Bewegung auf. Im Bereich der Halswirbelsäule sind es meist Nackenschmerzen, die angegeben werden. Manchmal strahlen die Beschwerden auch in die Schultern aus. Dauern die Beschwerden länger als sechs Wochen an, so wird meist eine Röntgen- Diagnostik durchgeführt. Hier kann man das Ausmaß des Verschleißes abschätzen. In der weiterführenden Diagnostik wird dann zumeist eine Kernspintomographie durchgeführt.

Die Therapie erfolgt zunächst konservativ. Im Vordergrund steht die Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten, wie z. B. Ibuprofen. Auch die Durchführung einer Therapie mit Wärme kann Abhilfe schaffen. Unterstützend können physiotherapeutische Maßnahmen indiziert sein. Bei persistierenden Beschwerden kann auch eine Infiltrationstherapie (unter Röntgen- Kontrolle oder mit Hilfe des CT´s) durchgeführt werden. Bei Verengungen des Spinalkanals oder bei Instabilitäten (Stenose) können auch operative Maßnahmen indiziert sein.

Insgesamt sind Patienten angehalten sich möglichst normal im Alltag zu bewegen. Sportliche Aktivitäten oder ein Training der Rückenmuskulatur, ggf. auch in Kombination mit Physiotherapie zur Kräftigung der Rückenmuskulatur (Mm. multifidi und Rumpfmuskulatur) sind empfehlenswert.

Spondylotische Myelopathie

Lokalisierte Verengungen des Spinalkanals im Bereich der Brust- und Halswirbelsäule aufgrund von verschleißbedingten Veränderungen, z.B. einem verknöcherten Bandscheibenvorfall. An Beschwerden können Gangstörungen angegeben werden. Ebenfalls sind Funktionsstörungen und Missempfindungen an den Fingern oder Zehen möglich, z. B. kann die Fähigkeit mit Messer und Gabel zu essen aufgrund einer zunehmenden Ungeschicklichkeit eingeschränkt sein.

Die Grobkraft kann eingeschränkt sein mit Fallenlassen von Gegenständen und Nachlassen der Greiffunktion. Auch ein Verlust der Sensibilität kann auffällig sein. Der Altersgipfel liegt zwischen 50 und 60 Jahren. Unbehandelt tritt häufig ein schleichendes Voranschreiten der Symptome auf mit geringer Wahrscheinlichkeit einer spontanen Besserung.

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Zur Diagnose gelangt man zum einen durch die Untersuchung des Patienten. Zur Sicherung der Diagnose kann eine Kernspintomographie der Wirbelsäule durchgeführt werden. Insgesamt ist die Diagnose jedoch eine klinische.

Die nicht operative Therapie beinhaltet vorbeugende Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirbelsäulensegmente. Die operative Therapie zielt darauf ab, die auslösende Struktur anzugehen mit Abtragen der Raumforderung und Fusion oder Stabilisierung des entsprechenden Segmentes.

Spinalkanalstenose

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Spinalkanalstenosen sind Einengungen des Spinalkanals auf knöcherner oder ligamentärer Basis. Durch die Verengung entsteht Druck auf das Rückenmark oder eine Nervenwurzel und dadurch entstehen Beschwerden. Die Spinalkanalstenose ist somit der Endpunkt der degenerativen Kaskade der Wirbelsäule. Die Beschwerden sind damit über lange Zeit langsam zunehmend. Symptome sind eine belastungsabhängige Ausstrahlung der Schmerzen in die Beine und in der Folge eine Einschränkung der Gehstrecke (Claudicatio spinalis).

Die Beschwerden können sich durch Vornüberbeugen oder Hinsetzen (Entlordosierung der Lendenwirbelsäule) bessern. Oft sind Begleiterkrankungen vorhanden wie ein Diabetes mellitus, eine Polyneuropathie oder Arthrosen der großen Gelenke. Die Therapie kann
– wenn die Schmerzen beherrschbar sind und sich keine neurologischen Ausfallserscheinungen vorliegen – konservativ erfolgen.

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Die Therapie besteht dann aus der Einnahme von schmer- und entzündungshemmenden Medikamenten sowie Wärmetherapie. Begleitende physiotherapeutische Maßnahmen wie Infiltrationstherapien (ggf. auch unterstützt durch Bildgebung) können indiziert sein.

Auch die Akupunktur kann unterstützend eingesetzt werden. Sind die Schmerzen durch konservative Maßnahmen nicht zu kontrollieren, so ist eine operative Therapie indiziert. Hier wird die Verengung mit chirurgischen Maßnahmen – häufig in Kombination mit stabilisierenden und/oder fusionierenden Maßnahmen – beseitigt.

Spondylolyse/ Spondylolisthese

Die Spondylolisthese bezeichnet das Gleiten eines Wirbelkörpers über den darunterliegenden nach vorne. Die Ursachen sind vielfältig: Manche Formen sind angeboren, aber auch aufgrund von Tumoren, unfall- oder verschleißbedingt können diese auftreten.

Eine Einteilung der Schweregrade kann nach Meyerding erfolgen. Im Hinblick auf Beschwerden werden Rückenschmerzen mit oder ohne Ausstrahlung in die Beine angegeben. Das Ausmaß der Beschwerden ist häufig unabhängig vom Gleitgrad durch Kompensationsmechanismen. Von diagnostischer Seite erfolgt zunächst die Durchführung einer Röntgen- Diagnostik zur Diagnosestellung.

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Im Verlauf erfolgt dann häufig die Durchführung einer Kernspintomographie zur Erfassung der begleitenden Erkrankungen. Die Therapie ist bei geringen Gleitgraden konservativ. Hier stehen Medikamente oder lokale Infiltrationen zur Verfügung.

Auch physiotherapeutische Maßnahmen können indiziert sein. Eine Korsettbehandlung kann bei sich entwickelnder Spondylolyse notwendig sein. Bei höhergradigen Spondylolisthesen kann eine operative Therapie zur Stabilisierung erfolgen.