OSG/Fuß – Praxis für Orthopädie und Unfallchirurgie Bielefeld
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Beschwerdebilder an OSG und Fuß

Riss der Achillessehne

Die Achillessehne ist die Sehne, die den Unter- und Oberschenkel mit dem Fuß verbindet. Sie ist die kräftigste Sehne im Körper und sorgt dafür, dass das Sprunggelenk gestreckt werden und der Mensch laufen kann. Da sie ein Teil der Fortbewegungskette ist, wird sie tagtäglich beansprucht.

Insbesondere bei sportlichen Betätigungen ist die Belastung groß. Dabei kann es zu Mikroschäden kommen, so dass daraus Episoden mit Schmerzen resultieren können. Des Weiteren unterliegt die Achillessehne einem natürlichen Alterungsprozess und wird anfälliger für Risse.

Weitere Risikofaktoren für einen Sehnenriss sind: lokale Kortisoninjektionen oder eine systemische Kortisoneinnahme, rheumatische Grunderkrankungen oder die Einnahme von bestimmen Medikamenten (Gyrasehemmer).

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Wird das sportliche Trainingsprogramm zu schnell gesteigert und nicht angepasst oder die Aktivitäten trotz Schmerzen fortgesetzt, so kann aus der Summe an Mikroverletzungen, altersbedingtem Verschleiß und weiteren Risikofaktoren eine Makroverletzung resultieren: ein kompletter Riss der Achillessehne. Leider kann diese Verletzung auch ohne vorherige Beschwerden auftreten, quasi aus heiterem Himmel.

Grundlegend bleibt jedoch meist die vorherige Schwächung der Sehne. Ausgelöst wird die Verletzung oft durch einen plötzlichen Anstieg der Zugkräfte in der Sehne, wie z. B. durch einen plötzlichen Sprint, dem Abspringen oder Aufkommen nach einem Sprung oder dem schnellen Richtungswechsel. Dies wird vom Patienten meist als hörbarer Knall („Peitschenhieb“) wahrgenommen in Kombination einschießenden, stechenden Schmerzen im Bereich der Achillessehne und der Wade. Des Weiteren schwillt das obere Sprunggelenk an und es kommt zu einem Funktionsverlust, so dass der Patient nicht mehr Laufen oder sich auf Zehenspitzen stellen kann.

Die Diagnose wird durch die klinische Untersuchung gestellt. Zusätzlich kann eine Sonographie oder eine Kernspintomographie durchgeführt werden. Eine Röntgen- Untersuchung kann knöcherne Ausriss darstellen. Therapeutisch sind sowohl eine operative als auch eine konservative Therapie möglich.

Die konservative Therapie ist dann möglich, wenn die beiden Sehnenenden sonographisch unter 20° Streckung im Sprunggelenk einen vollständigen Kontakt haben. Der Patient bekommt einen speziellen Stiefel, so dass der Fuß über die Zeit von 6 Wochen aus der Spitzfußstellung heraus in die Neutralstellung überführt werden kann.

Dabei wird der Heilungsverlauf der Sehne sonographisch kontrolliert. Darüber hinaus stehen operative Verfahren zur Verfügung. In offenen oder minimal- invasiven Verfahren können die Sehnenstümpfe miteinander vernäht werden, so dass die Sehne heilen kann. Ähnlich wie bei der konservativen Therapie wird der Fuß in Spitzfußstellung durch eine Orthese (Spezieller Stiefel) gehalten und über die Zeit in Neutralposition geführt. Begleitende physiotherapeutische Maßnahmen zur Mobilisierung des Sprunggelenkes und zur Normalisierung des Gangbildes können erforderlich sein.

OSG Distorsion

Eine OSG- Distorsion entspricht in der Umgangssprache einer Knöchelverstauchung. Hierbei ist der Kapsel- Band- Apparat des Sprunggelenkes verletzt. Die OSG- Distorsion ist eine der häufigsten Sportverletzungen. Meist knickt der Knöchel nach außen (Supination) – deutlich seltener nach innen (Pronation) – um. Am häufigsten ist daher der Außenbandapparat des oberen Sprunggelenkes verletzt.

Dies betrifft meist das Ligamentum talofibulare anterius und das Ligamentum fibulocalcaneare, da diese im Zusammenspiel die Supination des oberen Sprunggelenkes begrenzen. Der Übergang zu einem Riss des Außenbandapparates ist dabei fließend. Klinisch zeigt sich eine Schwellung im Bereich des äußeren Anteils des Sprunggelenkes. Die Beweglichkeit ist schmerzbedingt eingeschränkt.

Diagnostisch wird anhand eines Röntgenbildes ein Knöchelbruch ausgeschlossen. Des Weiteren kann mit der Sonographie der Kapsel- Band- Apparat beurteilt werden.

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In einer Kernspintomographie können Begleitverletzungen ausgeschlossen werden. Die Behandlung erfolgt konservativ. Dabei soll sowohl die mechanische Schädigung (Kapsel- Band- Apparat) als auch die Schädigung der Eigenwahrnehmung des Körpers (Propriozeption) therapiert werden.

Zunächst einmal gilt es die direkten Unfallfolgen in Form der Schwellung zu kontrollieren. Dazu wird das Bein hochgelagert, geschont und gekühlt. Anschließend kann das Sprunggelenk bewegt und belastet werden. Gegebenenfalls ist dazu eine Bandage/ Orthese notwendig.

Diese soll Bewegung ermöglichen und gleichzeitig ein erneutes Umknicken verhindern, damit die Verletzung ausheilen kann, ohne dass es zu einer Einsteifung des Gelenkes kommt. Mit der mechanischen Festigung des Gelenkes sollte dann auch die Eigenwahrnehmung (Propriozeption) trainiert werden. Eine erhöhte Vulnerabilität des Sprunggelenkes kann noch für 3-4 Monate bestehen.

Außenbandriss am Sprunggelenk- fibulare Bandruptur

Außenbandrisse sind häufige Verletzungen im Sportbereich. Bei dem Wegknicken des Fußes nach außen im Sprunggelenk (Supinations-/ Adduktions- und/oder Innenrotationsbewegung) kommt es zu einer Überdehnung oder Zerreißung eines oder mehrerer Bänder im Bereich des Sprunggelenkes. Neben den Verletzungen des Außenbandapparates kann es auch zu Begleitverletzungen an Knorpel und Knochen kommen.

Die Diagnose wird zum einen durch die klinische Untersuchung gestellt. Hierbei zeigt sich eine Schwellung im Bereich des Außenknöchels und eine schmerzbedingt eingeschränkte Funktion. Das Röntgenbild kann knöcherne Begleitverletzungen ausschließen. Sonographisch können die gerissenen Bandanteile dargestellt werden.

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Bei Verdacht auf begleitende Verletzungen kann auch eine kernspintomographische Untersuchung durchgeführt werden. Eine initiale Behandlung in einer Gips- oder Castschiene erfolgt nur über kurze Zeit bis die Schwellung rückläufig ist. Die Behandlung erfolgt frühfunktionell.

Hierbei erfolgt keine lange Ruhigstellung des Gelenkes im Gips, sondern es erfolgt eine Behandlung in einer Sprunggelenksorthese für mindestens 5 Wochen unter Vollbelastung. Die Orthese kann im Schuh getragen werden und soll das erneute Umknicken verhindern, damit der Kapselbandapparat gut einheilen kann.

Nach Ausheilung der Verletzung braucht die Orthese nicht mehr getragen werden. Das Sprunggelenk kann dann weiterhin voll belastet werden. Hierunter sollte es zu einer Normalisierung der Bewegung und Belastung kommen. Bei bleibenden Beschwerden ist nach der Ursache zu suchen. Zum einen können den Beschwerden strukturelle Schäden zugrunde liegen, etwa ein Knochenmarködem im Talus oder eine Knorpelverletzung. Zum anderen können funktionelle Ursachen zu Beschwerden führen.

Hier können dann physiotherapeutische Maßnahmen zur Verbesserung der Bewegbarkeit, Propriozeption und Kräftigung der stabilisierenden Muskulatur des Sprunggelenkes durchgeführt werden.

Schmerzen an der Achillessehne- Achillodynie

Schmerzen an der Achillessehne werden medizinisch als Achillodynie bezeichnet. Diese können zum einen direkt über dem Ansatz am Fersenbein auftreten (Ansatznahe Achillodynie) oder einige Zentimeter darüber („midportion“ Achillodynie). Am Anfang treten die Beschwerden nur unter Belastung auf und verschwinden wieder.

In fortgeschrittenen Stadien können auch dauerhafte Beschwerden auftreten. Meist sind die Beschwerden eine Folge von Überbelastungen in Sport und Freizeit. Sie können jedoch auch als Folge einer Überlastung im Alltag auftreten. Die Ursachen sind vielfältig und meist für den einzelnen Patienten nicht genau festzulegen.

Gründe können in einer Beinlängendifferenz – entweder funktionell oder statisch – oder in einer Verkürzung der Muskulatur der Beinrückseite (vermehrt sitzende Tätigkeiten oder einseitige sportliche Belastung) liegen.

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Des Weiteren können Fußfehlstellung oder vermehrte Belastung bei falschem Schuhwerk die Ursache sein. Die Diagnose wird klinisch anhand der berichteten Beschwerden des Patienten und in Kombination mit der Untersuchung des Beines gestellt.

Des Weiteren kann eine Ultraschalluntersuchung die Achillessehne darstellen. Im Röntgen- Bild lassen sich knöcherne Veränderungen erkennen. Bei bleibenden Beschwerden kann eine Kernspintomographie Aufschluss über Veränderungen in der Sehne und an den umgebenden Strukturen geben.

Die Therapie erfolgt konservativ. Für die lokale Behandlung stehen Injektionen mit PRP oder auch Kortison zur Verfügung. Zum anderen kann eine Stoßwellentherapie der veränderten Sehne und der umgebenden Muskulatur helfen. Ein entscheidender Faktor ist auch der Patient selbst: Dieser kann durch regelmäßige Durchführung von Dehnübungen dafür sorgen die betroffene Sehne zu entlasten. Des Weiteren sollte der Trainingsumfang soweit reduziert werden, dass eine weitere Reizung der Sehne vermieden wird.

Bei Veränderungen in der Fußstatik kann eine Einlagenversorgung erfolgen. Begleitende physiotherapeutische Maßnahmen können ebenfalls durchgeführt werden. Eine Gang- und Laufanalyse kann Hinweise auf funktionelle Ursachen geben. Die konservative Therapie sollte über mindestens 3 Monate durchgeführt werden.

Knöchelbruch

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Brüche des Knöchels treten in verschiedenen Formen auf. Am häufigsten betroffen ist der Außenknöchel. Dieser kann auf verschiedenen Höhen brechen. Bezogen auf die Syndesmose kann er unterhalb, auf Höhe oder oberhalb der Syndesmose brechen. Entsprechend erfolgt die Einteilung nach Weber in A, B oder C.

Auch der Innenknöchel kann brechen. Er bricht entweder alleine, in Kombination mit dem Außenknöchel oder der hinteren Schienbeinkante oder mit dem kniegelenksnahen Wadenbein. Häufig ist dabei auch eine Verletzung der Syndesmose. Bei den meisten Verletzungen schwillt der Knöchel an und es ist nicht mehr möglich ihn zu belasten. Die Diagnose kann anhand eines Röntgen- Bildes gestellt werden.

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Einige Knöchelbrüche lassen sich ohne Operation behandeln. Dann erfolgt eine Ruhigstellung im Gips oder einer Orthese über einen Zeitraum von circa 6 Wochen. Anschließend kann dann mit dem schrittweisen Aufbau der Belastung begonnen werden. Viele Knöchelbrüche sollten allerdings operativ versorgt werden.

Insbesondere dann, wenn sie verschoben sind. In der Operation wird der Knochen gerichtet und so fixiert, dass er anatomisch (soweit möglich) wieder zusammen wachsen kann. Auch hier schließt sich meistens eine Phase der Entlastung an, die bis zu 6 Wochen dauern kann. Parallel dazu kann das Gelenk bewegt werden.

Nach sechs Wochen ist meist eine Freigabe von Bewegung und Belastung möglich. Bis ein Knöchel seine volle Belastbarkeit zurück erlangt, kann jedoch noch deutlich mehr Zeit vergehen.

Fersensporn und Plantarfasziitis

Bei der plantaren Fasziitis handelt es sich um eine Überlastung der Sehnenplatte der Fußsohle. Bei länger bestehenden Beschwerden kann sich am Bereich der Ansatzstelle am Fersenbein eine knöcherne Ausziehung bilden, ein sogenannter Fersensporn. Dieser ist Ausdruck des fortbestehenden Reizzustandes.

Die Ursachen sind vielfältig. Häufig kann ein genauer Auslöser nicht identifiziert werden. Es werden Anlaufbeschwerden geschildert sowie stechende und lokalisierte Schmerzen bei Belastung unter der Fußsohle. Selten treten die Symptome in der Nacht auf. Die Therapie ist konservativ: Eigenübungen zur Dehnung der Wadenmuskulatur und der Muskulatur der Beinrückseite sind Mittel der Wahl.

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Diese sind sehr wichtig zur Entlastung der Plantarfaszie und sollten mindestens täglich durchgeführt werden. Die zweite Säule ist die begleitende Stoßwellentherapie. Sie soll den entzündlichen Reiz in der Plantarfaszie lindern und zu einer schnelleren Ausheilung der Mikroverletzungen führen.

Ergänzend können Einlagen bei Fußfehlstellungen rezeptiert werden. Auch durch Kinesiotaping ist eine Unterstützung der Entlastung der Fußsohle möglich. Des Weiteren können Injektionen mit PRP helfen die Heilung zu beschleunigen. Zu beachten ist die lange Zeit, die es benötigen kann, damit die Beschwerden zur Ausheilung kommen. Dies kann durchaus 6-9 Monate dauern.